- Motorradtechnik Lang GmbH -

Kettenpflege

Eine Motorradkette sollte alle 1.000 km sorgfältig geschmiert, der Kettendurchhang geprüft und gegebenenfalls nachgespannt werden. Zwei einfache, aber wichtige Maßnahmen. Hinweis: Die hier gegebenen Werte und Vorgaben sind beispielhaft und können von den Vorgaben des jeweiligen Herstellers abweichen. Genaue Werte sind der jeweiligen Servicedokumentation bzw. der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs zu entnehmen.

Eine Kette ist dann richtig gespannt, wenn der Kettendurchhang, d.h. die vertikale Bewegungsfreiheit, den Vorgaben des Herstellers, z. B. 15 bis 25 mm, beträgt. Sie sollte nicht zu lose und nicht zu stramm sitzen. Gemessen wird in der Mitte zwischen Ritzel und Kettenrad. Mit einem Lappen die Spannung am unteren Kettenstrang prüfen. Der obere Kettenstrang ist meist durch einen Schutz verdeckt. Auch die symmetrische Einstellung der Kettenspanner ist zu kontrollieren: Die Markierungen auf Kettenspanner und Schwinge müssen auf beiden Seiten gleich sein. Wenn der Kettendurchhang die Vorgaben des Herstellers überschreitet, muss nachgespannt werden. Das dazu benötigte Werkzeug gehört meist zum Bordwerkzeug des Motorrades. Zum Nachspannen – oft eine schmutzige Angelegenheit – einen ebenen Untergrund suchen und das Motorrad je nach Vorgabe des Herstellers auf den Haupt-, Seiten- oder Montageständer stellen.

1 – Die Muttern der Hinterradachse lockern (nicht ganz abschrauben). Den Kettenspanner lockern. Jetzt kann das Hinterrad bewegt werden.

2 – Die Einstellmuttern auf beiden Seiten gleichmäßig um 1/8 oder 1/16 Umdrehungen drehen (in den meisten Fällen dreht man zum Spannen der Kette im Uhrzeigersinn). Wenn die ideale Einstellung gefunden ist, sollte die symmetrische Einstellung der Kettenspanner noch einmal geprüft werden.

3 – Die Kontermuttern anziehen. Die Achsmutter wieder festschrauben. Nochmals die gerade Ausrichtung des Hinterrads überprüfen, da es sich bei diesen beiden Arbeitsgängen verschoben haben könnte.

4 – Anschließend die Kette mit Chain Lube schmieren. Dazu das Spray immer auf die Innenseite des unteren Kettenstranges sprühen. Darauf achten, dass die gesamte Länge der Kette gefettet wird. Dabei darf kein Schmierstoff auf die Bremse und die Reifenlauffläche gelangen.


Warum ein spezieller Schmierstoff?

Ein Kettenspray ist ein Schmierstoff, an den hohe mechanische Anforderungen gestellt werden. Es muss flüssig genug sein, um zwischen die Hülsen und Laschen der Kette zu gelangen. Dabei muss es so zäh und haftfähig sein, dass es hohen Fliehkräften widersteht. Und es muss wasserabweisend sein. Das Kettenspray ist in einer handlichen Sprühflasche mit Kapillarrohr für gezieltes, sauberes Aufbringen des Schmiermittels erhältlich. MOTUL hat 4 verschiedene Kettensprays und 1 Kettenfett im Sortiment. Zum Reinigen der Kette keine aggressiven Mittel wie Benzin verwenden. Dies könnte die O-Ringe zwischen den Hülsen schädigen. MOTUL C1 Chain Clean wurde speziell für die Reinigung von Motorradketten entwickelt.

Off-Road-Maschinen: ein Fall für sich

Geländemotorräder mit ihren langen Federwegen haben einen größeren Kettendurchhang und benötigen weniger Spannung. Ein gewisser Kettendurchhang ist sogar erwünscht. Die genauen Werte für den Durchhang sind der Bedienungsanleitung zu entnehmen. Das Fahren in staubiger oder sandiger Umgebung macht Schmierung jedoch keinesfalls überflüssig. Aber es erfordert ein spezielles Produkt für Off-Road-Motorräder, wie das C3 Chain Lube Off Road von MOTUL.

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